Fit für neue Herausforderungen

Noch steht das Gerüst um den Neubau. Doch der 200 Quadratmeter große Anbau ans Firmengebäude in der Turnstraße ist fast fertig, soll in wenigen Wochen bezogen werden. Dienen soll er vor allemals Lager für Materialien und Rohstoffe, die die H. +M. Kunz GmbH zur Herstellung ihrer Fitness- und Vitamin-Präparate benötigt. Eigentlich, sagt Firmengründer Horst Kunz, seien sie auch mit diesemAnbau schon fast wieder amLimit. Aber allzu schnell wollten sie dann doch nicht wachsen. Gesund solle das Wachstum des Familienbetriebs sein, meint Kunz – Schritt für Schritt, so wie in den zurückliegenden Jahren.

2003 hat Horst Kunz das Unternehmen in Pirmasens gegründet, nachdem er zuvor in der gleichen Branche als angestellter Produktionsleiter im benachbarten Frankreich tätig war. Zuerst mietete er in der Hillstraße eine Halle, zog dann 2009 ins 820 Quadratmeter große Eigenheim in der Turnstraße. Sohn Marc (35) stieg 2009mit ein ins Geschäft, Tochter Laura Schneider (28) arbeitet seit Anfang 2015, nach dem Abschluss ihres betriebswirtschaftlichen Studiums, in der Geschäftsleitung mit; sie kümmert sich vor allem ums Kaufmännische und um die Produktentwicklung, Vater und Bruder um Kundenbetreuung, Produktion und Auftragsbearbeitung.

Die Präparate in Tabletten-, Kapsel-und Pulverform werden in Pirmasens entwickelt, hergestellt und verpackt – von Proteinen und Kohlenhydraten für Hochleistungssportler über Vitamine, Mineralien und Fruchtgetränke bis hin zum„Diäthelfer“. Etwa 30 Produkte gibt es derzeit, und ständig werden neue entwickelt, berichtet Laura Schneider – je nach Trend in anderer Zusammensetzung. Neu ist etwa eine Linie mit veganen Eiweißprodukten, die zum Beispiel aus Erbsen oder Hanf gewonnen werden könnten, erklärt Laura Schneider. Sie hat von ihrem Vater die Aufgabe übernommen, Rezepturen zu erstellen, zu denen jeweilsDatenblätter gefertigt werden. Sie arbeiteten unter anderem mit der Lebensmittelbehörde zusammen sowie mit einem Institut in Mainz, betont die 28-Jährige, die sich von einer Ökotrophologin beraten ließ. Schließlich müsse alles inhaltlich und rechtlich einwandfrei sei. Nicht zuletzt wird die Familie als Tester eingesetzt – „alle müssen ran“, sagt Laura Schneider.

Ihre Abnehmer sind vor allem internationale Großhändler; verkauft wird in Europa ebenso wie in Russland,Tunesien und Algerien – sogar aus Dubai habe sie jetzt eine Anfrage gehabt, sagt Laura Schneider. Für den Vater ein Beweis der eigenen Qualität: Dass sie ausschließlich in Deutschland produzierten, wo die Vorgaben noch relativ streng seien, sei ihr Pluspunkt im großen Feld der Wettbewerber, die zumeist im Ausland produzieren ließen.

Darüber hinaus beziehen Fitnessstudios und Einzelhändler, vor allem im Online-Handel, ihre Produkte; diesen bieten die Pirmasenser auch einen Direktversand an Endkunden an. Endverbraucher beliefert das Unternehmen zudem über den eigenen Online-Shop. Darunter seien sowohl Leistungssportler als auch Senioren, die sich eiweißreicher ernähren wollten, stellt Laura Schneider fest.

Verkauft werden die Produkte teilweise unter dem Markennamen Ultra-tec; der Großteil wird jedoch als „Private Label“ verschickt: sozusagen als „Blanko“-Produkt, das gewerbliche Kunden unter eigenem Namen verkaufen. Und die Geschäfte gehen gut, wie Horst Kunz feststellt. Jahr für Jahr seien sie – zum Teil gemeinsam mit Kunden – gewachsen, der Umsatz liegt mittlerweile im unteren Millionenbereich. Hätten sie anfangs etwa eine Tonne Pulver pro Monat verarbeitet, dafür noch per Hand die Beutel zugeschnitten, so werde heute über eine Tonne Pulver am Tag verarbeitet, stellt der Gründer fest.

Mit manueller Verpackung kämen sie da nichtmehr weit. Deswegen wurden neue Maschinen und Geräte angeschafft. Um große Mengen mischen und verpacken zu können. Über 300.000 Euro hätten sie, stellt Kunz, allein im zurückliegenden Jahr in Maschinen und in den Hallenanbau investiert. Dazu seien drei neue Mitarbeiter eingestellt worden. Insgesamt beschäftigt der Betrieb nun 13 Mitarbeiter, fest angestellt und großteils in Vollzeit.

Für den Gründer hat das Unternehmen damit eine gute Größe erreicht. Er habe sich, erzählt Horst Kunz, zum Ziel gesetzt, sein Unternehmen in einem guten Zustand an seine Kinder zu übergeben. Und da er nächstes Jahr 60 werde, wolle er sich nun langsam aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Er tut es beruhigt.„So wie es aussieht, kann ich zufrieden sein.“ (tre)

Erschienen am 20.7.15 in DER RHEINPFALZ.

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.